Israelisches Militär tötet 15 palästinensische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und setzt ethnische Säuberung des Gazastreifens fort

Die Barbarei des von den USA unterstützten israelischen Völkermords im Gazastreifen verzeichnet einen neuen traurigen Höhepunkt: Die Leichen von 15 Rettungs- und Hilfskräften und Krankenwagen des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS), des palästinensischen Zivilschutzes und der Vereinten Nationen wurden am Wochenende aus einem Sandgrab im Süden des Gazastreifens geborgen.

Am Montag hielten die Palästinenser ein Begräbnis für die Sanitäter und Rettungskräfte ab, die von israelischen Truppen gejagt, getötet und in einem Massengrab verscharrt wurden, was eine eklatante Verletzung des Völkerrechts darstellt. Unter den Toten befanden sich acht PRCS-Mitarbeiter, sechs Mitglieder der Notfalleinheit des Zivilschutzes im Gazastreifen und ein Mitarbeiter des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinenser (UNRWA).

Einem Bericht der Associated Press zufolge wurden die Leichen und Krankenwagen der Helfer zusammengebracht und dann von israelischen Militärbulldozern untergepflügt. In dem AP-Bericht heißt es weiter, dass von der UNO veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten, wie sich „Mitarbeiter des PRCS und des Zivilschutzes mit Masken und leuchtend orangefarbenen Westen durch Erdhügel gruben, die offenbar von israelischen Bulldozern aufgeschüttet worden waren“.

Vertriebene Palästinenser, die inmitten der andauernden israelischen Militäroperationen nach der erneuten israelischen Offensive im Gazastreifen aus Rafah fliehen, bei ihrer Ankunft in Chan Junis, Gaza, 23. März 2025 [AP Photo/Abdel Kareem Hana]

Weiter heißt es im AP-Bericht:

Das Filmmaterial zeigt, wie sie mehrere Leichen ausgraben und dabei orangefarbene Notfallwesten tragen. Einige der Leichen werden übereinander gestapelt gefunden. An einer Stelle ziehen sie eine Leiche in einer Zivilschutzweste aus dem Dreck, die sich als Torso ohne Beine entpuppt. Mehrere Krankenwagen und ein UN-Fahrzeug, alle schwer beschädigt oder auseinandergerissen, sind ebenfalls im Dreck vergraben.

Jonathan Whittall vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärt in einem Video:

Die Leichen wurden gesammelt und in diesem Massengrab beigesetzt. Wir graben sie in ihren Uniformen und mit Handschuhen aus. Sie waren hier, um Leben zu retten. Es ist der absolute Horror, was hier passiert ist.

Ein weiterer OCHA-Sprecher antwortete auf Fragen von Reuters, dass die Begräbnisstätte einem großen Sandhügel ähnelte, der „eindeutig von einem Bulldozer oder einer ähnlichen Maschine und nicht durch die Wucht einer Explosion entstanden ist“.

Und weiter:

Die verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass das erste Team am 23. März von israelischen Streitkräften getötet wurde und dass weitere Rettungs- und Hilfskräfte auf der Suche nach ihren vermissten Kollegen über mehrere Stunden hinweg nacheinander angegriffen wurden.

Die palästinensischen Rettungsteams wurden seit dem 23. März vermisst. Sie waren gegen Mittag aufgebrochen, um Verletzte zu bergen. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte eine Offensive im Stadtteil Tel al-Sultan der südlichen Stadt Rafah gestartet.

Das israelische Militär hatte am Vortag die Evakuierung des Gebietes gefordert und behauptet, dass dort militante Hamas-Kämpfer operierten. Dabei war klar, dass die Zeit für die Zivilisten nicht ausreichen würde, um das Gebiet zu verlassen und dem israelischen Angriff zu entgehen. Damals wurde gemeldet, dass vertriebene Palästinenser, die in dem Gebiet Zuflucht gesucht hatten, getroffen worden waren und ein Team, das zu ihrer Rettung unterwegs war, „von israelischen Truppen umzingelt“ wurde.

In einer UN-Erklärung vom Sonntagabend heißt es: „Die verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass das erste Team am 23. März von israelischen Streitkräften getötet wurde.“ Weitere Notfallteams, die zur Rettung des ersten Teams unterwegs waren, wurden „über mehrere Stunden hinweg nacheinander getroffen“, so die UN.

Die mörderische Kampagne gegen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen fand statt, als die israelischen Streitkräfte das Viertel Tel al-Sultan in Rafah, der südlichsten Stadt des Gazastreifens, angriffen. Der Himmel über dem Gebiet glühte rot vom israelischen Beschuss, während Panzer aus allen Richtungen vorrückten und Kriegsflugzeuge unablässig Raketen abfeuerten. Nach offiziellen palästinensischen Schätzungen waren über 5.000 Palästinenser unter den Luft- und Bodenangriffen gefangen.

Die palästinensischen Bewohner von Tel al-Sultan dachten, das Schlimmste sei vorbei, nachdem zuvor der Waffenstillstand einen Hoffnungsschimmer brachte. Die Familien kehrten in ihre Häuser zurück und versuchten, Bruchstücke ihres Lebens unter den Trümmern zu bergen.

Doch am Sonntag erwies sich der dünne Frieden als Täuschung, als israelische Panzer ohne Vorwarnung das Viertel stürmten. Über ihnen kreisten Drohnen, die über Lautsprecher Befehle zur Evakuierung erteilten. Jeder, der sich nicht sofort auf den Weg machte, wurde mit Schüssen bedroht.

Tom Fletcher, Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator, erklärte auf X:

15 Rettungs- und Hilfskräfte in Gaza - vom @PalestineRCS, dem palästinensischen Zivilschutz und der UNO - wurden mit ihren zerstörten und gut gekennzeichneten Fahrzeugen begraben. Ihren Familien gilt unser Beileid. Sie wurden von israelischen Streitkräften getötet, als sie versuchten, Leben zu retten. Wir fordern Antworten und Gerechtigkeit.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich in einer Erklärung am späten Sonntagabend „entsetzt“ über die Todesfälle. Das IKRK erklärte:

Ihre Leichen wurden heute identifiziert und für ein würdiges Begräbnis geborgen. Diese Mitarbeiter und Freiwilligen riskierten ihr eigenes Leben, um anderen zu helfen.

Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds handelte es sich um den tödlichsten Angriff auf eigene Mitarbeiter in den letzten acht Jahren, also lange bevor am 7. Oktober 2023der Plan begann, alle Palästinenser aus dem Gazastreifen zu entfernen. Die israelische Strategie zur Tötung oder gewaltsamen Entfernung aller Palästinenser aus dem Gazastreifen, die von dem Faschisten im Weißen Haus Donald Trump unterstützt wird, findet ihren Fokus in der Ermordung von Krankenhaus- und Hilfskräften.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat das zionistische Regime des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu seit Beginn des Völkermords im Gazastreifen vor 18 Monaten mehr als 100 Mitarbeiter des Zivilschutzes und mehr als 1.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet.

Wie die WSWS bereits berichtet hat, verfolgt das israelische Militär den Plan, den Gazastreifen vollständig zu besetzen, die palästinensische Bevölkerung auszuhungern und sie dann in andere Gebiete zu vertreiben.

Dieses Programm ist im historischen Sinne nichts Neues. Es ist durchaus vergleichbar mit der systematischen Vernichtung der europäischen Juden durch Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Damals vertrieben die Nazis die Juden aus ihren Wohnvierteln und konzentrierten sie in Ghettos, um sie für den Transport in die Todes- und Vernichtungslager in Osteuropa vorzubereiten.

Die Beschränkung der Lebensmittelrationen durch die Nazis im Warschauer Ghetto im besetzten Polen führte bereits zum massenhaften Tod von Juden. Als sich die Krise verschärfte durch Hitlers wahnsinnigen Versuch, ganz Europa zu erobern, beschlossen die Nazis, von der „Umsiedlung“ überzugehen zum Ziel des „langsamen Tods“ in Form von Konzentrations- und Vernichtungslagern wie Dachau und Auschwitz-Birkenau.

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