IKVI
Das IKVI verteidigt den Trotzkismus 1982–1986

Anti- Trotzkisten spalten von der SLL

Erklärung des Politischen Komitees der Socialist Labour League (Australien)

Eine Gruppe antitrotzkistischer Renegaten hat von der Socialist Labour League, der australischen Sektion des Internationalen Komitees der Vierten Internationale, gespalten, um sich mit revisionistischen Kräften neu zu gruppieren und die SLL und das IKVI anzugreifen. Diese von Phil Sandford und Robert Buehler geführte Gruppe brach nach einem nationalen Sonderkongress am Wochenende von der SLL und dem IKVI, auf dem sie erklärt hatten, dass sie die politische Autorität des IKVI nicht anerkennen.

Sandford, Buehler und ihre Anhänger erklärten ihre Unterstützung für die Banda-Slaughter-Renegaten in Großbritannien, die am 8. Februar offen mit dem Trotzkismus gebrochen hatten, als sie korrekt gewählte Delegierte, die das IKVI unterstützten, vom achten Kongress der WRP ausschlossen und die Polizei riefen, um diese Entscheidung durchzusetzen.

Auf dem SLL-Kongress erklärte Buehler seine politische Solidarität mit den Banda-Slaughter-Renegaten und pries sie als die „britischen Trotzkisten“. Bevor Buehler und Sandford mit der SLL brachen, erklärten sie ihre politische Solidarität mit dem früheren nationalen Sekretär der SLL, Jim Mulgrew, indem sie gegen seinen Ausschluss wegen parteifeindlichen Aktivitäten stimmten.

Mulgrew nahm nicht an dem Kongress teil, um sich gegen die ernsten, gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu verteidigen, und weder Sandford noch Buehler versuchten, den unwiderlegbaren Beweisen gegen ihn zu widersprechen, stimmten aber gegen seinen Ausschluss aus der SLL.

Die Buehler-Sandford-Renegaten haben den antikommunistischen Charakter ihrer Politik offen gezeigt. Sie verbünden sich mit der Banda-Slaughter-Gruppe, die die Polizei einsetzte, um Trotzkisten vom 8. Kongress der WRP in Großbritannien fern zu halten, während sie in Australien den Renegaten Mulgrew verteidigen.

Die politische Grundlage der Spaltung in der SLL könnte nicht klarer sein. Buehler, Sandford und ihre Anhänger haben erklärt, dass sie die politische Autorität ihrer eigenen Organisation nicht anerkennen, und damit klar gemacht, dass es keine Grundlage mehr gab, auf der sie Mitglied bleiben konnten.

Sie haben sich jetzt mit jeder revisionistischen Organisation verbündet, die in den letzten drei Jahrzehnten für die Liquidierung der Vierten Internationale gekämpft hat, und unterstützen völlig die Position des Renegaten Banda, dass das IKVI „sofort begraben“ werden sollte.

Mit ihrer Spaltung von der SLL haben sie auf einen Aufruf der Antitrotzkisten Banda und Slaughter zu einer internationalen Umgruppierung reagiert, die das Ziel hat, das IKVI anzugreifen. Dieser Aufruf wurde in einer Resolution des falschen achten Kongresses der WRP am 8./9. Februar gemacht und hat folgenden Wortlaut:

Dieser achte Kongress der Workers Revolutionary Party erklärt, dass das Internationale Komitee der Vierten Intenationale nicht die Kontinuität der von Leo Trotzki 1938 gegründeten Vierten Internationale repräsentiert.

Es misslang ihm, die Degeneration und den Verrat, den es unter der Führung von Healy begangen hat, zu analysieren und zu korrigieren, und es hat jetzt als Antwort auf den prinzipiellen Kampf der WRP gegen den Healyismus eine antikommunistische Opposition und Spaltung gegen die WRP organisiert.

Dieser Kongress weist die vom Internationalen Komitee einberufene internationale Sonderkonferenz, die die WRP ausschließen soll, vollkommen zurück und weist das Zentralkomitee an, sofort mit der Arbeit zu beginnen, alle diejenigen in den Sektionen des Internationalen Komitees neu zu gruppieren, die für die Niederlage des Healyismus und gegen die Aktionen von D. North und der Mehrheit des Internationalen Komitees kämpfen.

Die öffentliche Diskussion der Probleme der Vierten Internationale wird fortgesetzt und diese Partei wird die Arbeit für eine internationale Vorkonferenz vor Ende dieses Jahres aufnehmen, an der all die teilnehmen sollen, die auf der Grundlage der permanenten Revolution, des Übergangsprogramms und der ersten vier Kongressen der Kommunistischen Internationale stehen.

Indem die Sandford-Buehler-Renegaten auf diesen Aufruf zur Umgruppierung reagieren, brechen sie nicht vom „Healyismus“, sondern von dem prinzipiellen Kampf, den das IKVI gegen den pablistischen Revisionismus geführt hat. Das IKVI wurde 1953 als Antwort auf den offenen Brief der amerikanischen Socialist Workers Party an die trotzkistische Weltbewegung gegründet, in dem zu einem Kampf gegen die Liquidation der Vierten Internationale in den konterrevolutionären Stalinismus aufgerufen wurde, wie sie von Pablo und seinen Anhängern verfolgt wurde. Das IKVI verteidigte die Kontinuität der Vierten Internationale erfolgreich mit seinem Bruch von der SWP, als diese 1963 eine prinzipienlose Wiedervereinigung mit den pablistischen Revisionisten durchführte. Die Banda-Slaughter-Renegaten und ihre Anhänger in Australien weisen jetzt eindeutig den gesamten Kampf des IKVI seit 1953 zurück und verbinden sich mit denen, die seine Prinzipien angreifen.

Die Resolution der Banda-Slaughter-Renegaten die die politische Grundlage der Abspaltung der Buehler-Sandford-Gruppe ist, stellt eine völlige Verfälschung der Geschichte des Kampfs gegen Healy in der WRP dar. Die Führung der Workers Revolutionary Party führte keinen prinzipiellen Kampf gegen den „Healyismus“. In Wirklichkeit arbeiteten sie mit Healy zusammen, weil sie mindestens seit Mitte der 70er Jahre immer mehr die Prinzipien zurückgewiesen hatten, auf denen das IKVI gegründet und aufgebaut worden war. Aus diesem Grunde führten Banda und Slaughter im Juli 1985, als Mitglieder der WRP den Kampf aufnahmen, um Healys widerwärtigen sexuellen und physischen Missbrauch des Kaders der WRP und des IKVI zu enthüllen, eine systematische Kampagne durch, um Healy zu stützen.

Banda, der jetzt dazu aufruft, das IKVI zu beerdigen, versuchte die Parteimitglieder, die die Einleitung eines Verfahrens gegen Healy forderten, aus der Partei zu treiben. Healy wurde am 19. Oktober nur deswegen aus der Partei ausgeschlossen, weil Banda und Slaughter angesichts einer Rebellion in den Reihen der Partei die Abdeckung Healys nicht mehr aufrechterhalten konnten.

Das IKVI, das über die Situation in der WRP systematisch belogen worden war, bekam den ersten Bericht von seiner britischen Sektion am 25. Oktober 1985.

Es schloss Healy sofort aus seinen Reihen aus. Aber es erkannte gleichzeitig, dass Healys Angriffe auf die trotzkistische Bewegung ein Ergebnis der nationalistischen Degeneration der gesamten britischen Führung waren, und unternahm Schritte, die Prinzipien des Trotzkismus in der britischen Sektion neu zu bekräftigen.

Das IKVI war an jedem Punkt mit der Opposition der Banda-Slaughter-Führung konfrontiert, die dafür kämpfte, Healys nationalistische Politik ohne Healy fortzusetzen. Unter Healy, Banda und Slaughter war das IKVI immer mehr den engen nationalen und pragmatischen Bedürfnissen der WRP untergeordnet worden. Die politische Grundlage dieser Degeneration war die immer ausdrücklichere Aufgabe von Trotzkis Theorie der permanenten Revolution und ihr Ersetzen durch prinzipienlose Bündnisse mit Teilen der kolonialen Bourgeoisie und der Gewerkschafts- und Labourbürokratie.

Auf seinem Treffen vom 25. Oktober erklärte das IKVI, dass es nur mit denen in der WRP zusammenarbeiten könne, die gegen die nationalistische Degeneration kämpften, die in der britischen Sektion stattgefunden hatte.

Es forderte eine Neuregistrierung der Mitgliedschaft der WRP auf der Grundlage einer ausdrücklichen Anerkennung der politischen Autorität des IKVI und der Unterordnung der britischen Sektion unter seine Beschlüsse. Die britischen Delegierten, darunter Banda und Slaughter, stimmten dieser Entscheidung zu, die dann am 26. Oktober vom Zentralkomitee der WRP und am darauf folgenden Tag von einer Sonderkonferenz der WRP bestätigt wurde.

Das IKVI setzte auch mit der einstimmigen Unterstützung der britischen Delegierten eine Kontrollkommission ein, die G. Healys Korruption untersuchen sollte. In ihrem Zwischenbericht, den sie dem IKVI am 16. Dezember gab, stellte die Kontrollkommission fest, dass die WRP unter Healy Söldnerbeziehungen mit Teilen der kolonialen Bourgeoisie im Nahen Osten eingegangen war, und dabei die Prinzipien der trotzkistischen Bewegung für Geld verkauft hatte.

Die Mehrheit des IKVI lehnte Slaughters Position ab, dass dies lediglich das Ergebnis der Aktivitäten G. Healys gewesen sei. Es war in Wirklichkeit der schärfste Ausdruck der Degeneration der WRP. Slaughter und Banda hatten sich mit Healy zusammengetan, um Kritik an der zunehmend pablistischen politischen Linie der WRP abzublocken, die vom nationalen Sekretär der Workers League, Dave North, 1982 und 1984 vorgebracht worden war, und schlossen Mitglieder ihrer eigenen Partei aus, die Differenzen vorbrachten.

Um ihre Prinzipien und ihre Integrität zu verteidigen, suspendierte das IKVI die WRP als britische Sektion. Am 17. Dezember verabschiedete es eine Resolution, in der es eine prinzipielle Grundlage darlegte, auf der die volle Mitgliedschaft der WRP wiederhergestellt werden konnte.

Beide Resolutionen wurden von der Mehrheit der WRP-Führung zurückgewiesen. Während Banda von seinem Posten desertierte und nach Sri Lanka zurückkehrte, wo er wieder Kontakt mit der LSSP aufnahm, der Partei, die 1964 vom Trotzkismus gebrochen hatte, als sie in die Koalitionsregierung von Bandaranaike eintrat, begann Slaughter eine Kampagne gegen das IKVI. Er erhielt in der SLL Unterstützung von Buehler, Sandford und Mulgrew.

Die SLL führte in der Weihnachts- und Neujahrszeit einen Sonderkongress durch, der acht Tage dauerte, um die Krise im IKVI zu diskutieren. Daran nahmen auch zwei Mitglieder der WRP teil, die frei gegen die Entscheidung des IKVI argumentieren konnten, die WRP zu suspendieren. Am Ende dieser umfassendsten und offensten Diskussion in der Geschichte der SLL unterstützte die Konferenz die Suspendierung der WRP mit mehr als einer Zwei-Drittel-Mehrheit.

In der WRP gewann eine Minderheit unter der Führung von Zentralkomiteemitglied Dave Hyland, der sich geweigert hatte, Bandas Forderung nachzugeben, seine Forderung nach einer Kontrollkommission zurückzuziehen, wachsende Unterstützung für den prinzipiellen Kampf des IKVI.

Die Banda-Slaughter-Clique war mit der Möglichkeit konfrontiert, auf dem WRP-Kongress vom 8./9. Februar die Kontrolle über das Zentralkomitee zu verlieren. Das war der Grund, weswegen die Mehrheit des WRP-Zentralkomitees die Entscheidung, die Mitgliedschaft der Partei auf der Grundlage der Anerkennung der politischen Autorität des IKVI neu zu registrieren, über den Haufen warf. Die WRP-Mehrheit erklärte nun, dass die Neuregistrierung ungültig sei, weil das IKVI keinerlei politische Autorität besitze.

Aber selbst nach dieser Entscheidung, die es offenen Antitrotzkisten ermöglichte, an der Konferenz teilzunehmen, drohte der WRP-Führung auf der Konferenz immer noch die Niederlage. Sie sperrten deshalb die Delegierten der Minderheit vom Kongress aus und riefen die Polizei, um ihre Entscheidung durchzusetzen.

Diese antikommunistischen Aktionen der WRP-Mehrheit wurden von der Buehler-Sandford-Gruppe in der SLL voll unterstützt. Am 1./2. Februar nahm die Mehrheit des Zentralkomitees der SLL eine Resolution an, in der sie den Ausschluss der Mehrheit des ZKs der WRP auf dem nächsten Weltkongress des IKVI forderte. Damit erkannte es an, dass die Resolutionen vom 26. Januar eine offene Spaltungserklärung waren.

Gegen diese Resolution stimmten Buehler, Sandford, Mulgrew und ihre Anhänger. Mulgrew erklärte, dass das IKVI nicht die Kontinuität des Trotzkismus darstelle. Er sagte, das IK gehöre in den „Abfalleimer der Geschichte, und, offen gesagt, ich wäre froh, euch dort zu sehen.“

Das Zentralkomitee verabschiedete am l./ 2. Februar ebenso eine Resolution, in der es das IKVI aufforderte, die Führer der spanischen und griechischen Sektion auszuschließen, weil sie sich weigerten, die politische Autorität des IKVI anzuerkennen. Diese Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

Sie wurde sowohl von Buehler wie auch von Sandford unterstützt. Aber sie stimmten gegen eine Resolution, in der erklärt wurde, dass alle diejenigen in der SLL, die sich weigerten, die politische Autorität des IKVI anzuerkennen, auf dem Osterkongress aus der Partei ausgeschlossen werden sollten.

Diese Resolution beruhte auf einem klaren Prinzip: Die SLL als australische Sektion des IKVI konnte in ihren Reihen keine Mitglieder haben, die die politische Autorität der Weltpartei, zu der sie gehörten, nicht anerkannten.

Das Zentralkomitee-Treffen vom l./ 2. Februar entlarvte eindeutig den opportunistischen Charakter der Buehler-Sandford-Gruppe. Sie verteidigten die politische Autorität des IKVI beim Ausschluss Healys und seiner Anhänger, wollten aber diese politische Autorität selbst nicht anerkennen.

Nach der Spaltung in der WRP vom 8. Februar bildete die Buehler-Sandford-Gruppe in der SLL eine Minderheitsfraktion. Sie sagten, sie würden die Disziplin des IKVI und der SLL anerkennen, aber nicht die politische Autorität des IKVI. Es wurden ihnen Minderheitsrechte zugestanden, aber sie begannen sofort, die Disziplin der SLL zu brechen, als Mitglieder der Fraktion sich weigerten, die Workers News zu verkaufen und zu verteilen.

Trotz dieser Provokation wurden keine organisatorischen Maßnahmen gegen sie ergriffen. Trotz der klaren antitrotzkistischen Positionen der Minderheit auf dem Sonderkongress am letzten Wochenende wurden keine organisatorischen Maßnahmen gegen sie ergriffen.

Die SLL-Mehrheit war bereit, ihnen das volle Recht zu gewähren, vor dem Osterkongress in der Partei für ihre Positionen zu kämpfen. Aber unmittelbar nach dem Sonderkongress spalteten sie.

Ihre Politik wurde in der SLL in einem offenen Kampf besiegt, der mehr als vier Monate dauerte. Dieser Kampf hat die revisionistischen Grundlagen einer jeden Organisation deutlich gemacht, die sie bilden mögen. Sie wird nichts weiter als ein Rekrutierungsfeld für die übelsten Gegner des IKVI und der SLL sein. Bevor sie sich davonmachte, machte die Buehler-Sandford-Gruppe ihre liquidatorische Position klar, indem sie für die Einstellung der zweimal wöchentlich erscheinenden Workers News und die Produktion einer Wochenzeitung eintrat.

Genau an dem Punkt, an dem wachsende Teile der Arbeiterklasse mit der Labour-Regierung in Konflikt kommen, wollten diese Renegaten eine der wesentlichsten Errungenschaften der SLL liquidieren.

Wie ihre geistigen Väter in Großbritannien, passen sie sich offen an die Gewerkschafts- und Labourbürokratie an.

Die objektive Grundlage des Kampfs der vergangenen Monate im IKVI ist durch die jüngsten Ereignisse in Haiti und besonders auf den Philippinen deutlich geworden.

Die politische Grundlage der Healy-Banda-Slaughter-Führung, zumindest während der letzten 10 Jahre, war ihre Zurückweisung der Theorie der permanenten Revolution in den kolonialen und halbkolonialen Ländern und die Anpassung an den Imperialismus im eigenen Land via Gewerkschafts- und Labourbürokratie. Dies führte zur Liquidierung von Sektionen des IKVI und zur Aufgabe des Kampfs, neue aufzubauen.

Das Wesen des Kampfs gegen die Banda-Slaughter-Renegaten und ihre internationalen Anhänger war der Kampf gegen das erneute Auftreten des pablistischen Revisionismus im IKVI.

Die Liquidatoren des Trotzkismus in den eigenen Reihen zu besiegen, war die unverzichtbare Vorbereitung des IKVI, um im Aufbau der Weltpartei der sozialistischen Revolution vorwärts zu gehen. Die Buehler-Sandford-Gruppe war der politische Ausdruck des von Healy, Banda und Slaughter angeführten Kampfs für den Antitrotzkismus in der SLL.

Die Buehler-Sandford-Renegaten haben nicht vom „Healyismus“ gebrochen – dessen Wesen die Liquidation des Trotzkismus ist – sondern setzen seine Angriffe auf das IKVI fort. Die SLL hat mit der Entlarvung dieser revisionistischen Tendenz und mit ihrer Entfernung aus ihren Reihen einen entscheiden politischen Sieg errungen.

Das politische Komitee ruft alle SLL-Mitglieder auf, die Errungenschaften dieser Spaltung zu nutzen und eine entschlossene Kampagne zu führen, Arbeiter und Jugendliche in den politischen Lehren die Kampfs zu erziehen und in die Partei zu rekrutieren.