IKVI
Das IKVI verteidigt den Trotzkismus 1982–1986

Michael Banda, ein Renegat des Trotzkismus

Von Keerthy Balasuriya, nationaler Sekretär der Revolutionary Communist League (Sri Lanka)

5. März 1986

Mr. Michael Banda, der Generalsekretär der Workers Revolutionary Party in Großbritannien und Renegat des Trotzkismus, der kürzlich das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) verraten hat, ist vom prominenten LSSP-Führer Hector Abeywardene eingeladen worden, wieder Mitglied der LSSP zu werden.

Für die Trotzkisten auf der ganzen Welt, die darum gekämpft haben, das IKVI, die Weltpartei der Sozialistischen Revolution gegen die gehässigsten Angriffe in seiner Geschichte zu verteidigen, ist dies keine Überraschung. Diese Angriffe wurden von den abtrünnigen Führern der früheren WRP, sowohl der Healy- als auch der Banda-Slaughter-Fraktion durchgeführt.

H. Abeywardene ist einer der bekanntesten Liquidatoren in der alten LSSP. Er war für die Auflösung der Bolschewistisch-Leninistischen Partei von Indien (der damaligen indischen Sektion der Vierten Internationale) in der Praja Socialist Party von Jayaprakash Narayan nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich, und er war es auch, der öffentlich erklärte, der „größte“ Fehler in der Geschichte der LSSP sei es gewesen, jemals Mitglied der Vierten Internationale zu werden. Daher ist es völlig in Ordnung, dass er sich jetzt in Solidarität mit M. Banda befindet, der die Gründung und die Geschichte der Vierten Internationale, einschließlich der Geschichte des IKVI seit 1953 als nutzlos gebrandmarkt hat.

Die Einladung an Banda wurde ausgesprochen, als er kürzlich dem Hauptquartier der LSSP einen Besuch abstattete. Banda zecht gegenwärtig in Sri Lanka mit allen ungesunden, antitrotzkistischen Elementen, nachdem er seine eigene Organisation auf dem Höhepunkt einer schweren politischen Krise im Stich gelassen hat. Er hofft so unter dem falschen Etikett von „Verteidigern des Übergangsprogramms“ eine Menagerie von Renegaten gegen das IKVI zu versammeln.

Bandas Antwort auf die Einladung der LSSP war, dass einer Annahme nur seine fehlende srilankische Staatsbürgerschaft im Wege stehe. Er erklärte sich jedoch einverstanden, den LSSP-Chef Colvin R. da Silva zu treffen, um die „Diskussionen“ fortzusetzen.

Bandas Zusammentreffen mit diesen verräterischen Feinden der Arbeiterklasse, gegen die er seit 1953 den Kampf geführt hat, kennzeichnet ihn als einen skrupellosen Abtrünnigen, wie es ihn in der Geschichte der Arbeiterbewegung kaum gegeben hat.

Bevor Mike Banda 1950 gemeinsam mit seinem Bruder Tony nach Großbritannien emigrierte, war er in den späteren 40er Jahren Mitglied der BLPI (ceylonesische Gruppe) und anschließend der LSSP (damals die ceylonesische Sektion der Vierten Internationale). Nachdem er in Großbritannien Mitglied der trotzkistischen Bewegung geworden war, spielte er eine Schlüsselrolle bei der Bildung des IKVI, durch die die Kontinuität des Trotzkismus gegen die Versuche Michael Pablos und seiner Gruppe, die trotzkistische Bewegung 1953 in den Stalinismus zu liquidieren, verteidigt wurde.

Zur selben Zeit, als Banda für die Niederlage der prostalinistischen Tendenz in der Vierten Internationale kämpfte, organisierte Pablo innerhalb der LSSP eine Gruppe unter der Führung K.P. Silvas, L.W. Pandithas und T.B. Subasinghas mit dem Ziel, die LSSP in den völlig diskreditierten und spärlichen Reihen des srilankischen Stalinismus aufzulösen. Es ist wichtig daran zu erinnern, dass die Stalinisten damals in Sri Lanka der LSSP sowohl zahlenmäßig als auch von ihrem politischen Einfluss her deutlich unterlegen waren.

Obwohl die Führer der LSSP die pro-stalinistische Pablo-Bande korrekterweise aus ihren Reihen ausschlossen, weigerten sie sich, international das IKVI im Kampf gegen diese Tendenz zu unterstützen.

Der übelste Opportunismus und Nationalismus der LSSP-Führer kam dann ans Licht, als sie sich mit derselben Pablo-Mandel-Gruppe verbündeten, die die pro-stalinistische Spaltung in der LSSP organisiert hatte, nachdem ihnen Pablo das Versprechen gegeben gegeben hatte, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der LSSP einzumischen.

Damals warnten die britischen Trotzkisten, eingeschlossen Banda, die LSSP davor, dass ihre Zusammenarbeit mit Pablo den Weg für die völlige Zerstörung der LSSP als proletarische Partei ebnen würde. Diese Warnung wurde innerhalb kürzester Zeit bestätigt.

Das Bündnis der LSSP mit Pablos revisionistischem Sekretariat bedeutete, dass sie unfähig war, einen politischen Kampf gegen jene Klassenkräfte zu führen, die in ihren eigenen Reihen eine stalinistische Tendenz hervor gebracht hatten.

Obwohl Banda jetzt die Spaltung von 1953 kritisiert, weiß er doch haargenau, dass die gründlich diskreditierte stalinistische Partei in Sri Lanka dank dem theoretischen und politischen Deckmantel, den ihr Pablos Gefolgsleute verliehen, und durch den völligen Rückzug von einem Kampf gegen diese Tendenz durch die LSSP-Führer, wieder einen Schein von Glaubwürdigkeit gewinnen konnte.

Während die Stalinisten durch diesen Verrat gewannen, wurde die LSSP durch dieselben pablistischen Anschauungen völlig entwaffnet und degenerierte zu einer zweitrangigen stalinistischen Partei, die mit den Stalinisten darin wetteiferte, der nationalen bürgerlichen Sri Lanka Freedom Partei (SLFP) Bandaranaikes hinterherzulaufen.

(Banda bedauert die Spaltung von 1953, obwohl er ganz genau weiß, dass die Gruppe, die gegenwärtig die Kommunistische Partei führt, ihr Generalsekretär K.P. Silva und ihr Gewerkschaftsführer L.W. Panditha, identisch mit der Gruppe ist, die Pablo 1953 organisierte, um die LSSP zu spalten.)

Als die LSSP nach 1953 weiter degenerierte und sich verstärkt der SLFP zuwandte, brach die Socialist Labour League (SLL), die britische Sektion des IKVI, zu deren Führern Banda zählte, schon 1959 alle Beziehungen zu den LSSP-Führern Colvin R. Da Silva und Douric de Souza ab.

Die britische trotzkistische Zeitung The Newsletter berichtete am 10. Oktober 1964:

Als Douric de Souza, ein Führer der Revisionisten, 1959 nach London kam, machten wir auf die Politik des Verrats aufmerksam, die sie verfolgten, und er brach alle politischen Beziehungen zu uns ab. Dasselbe taten wir in Bezug auf Colvin Da Silva.

Der Newsletter veröffentlichte eine Erklärung gegen die Tendenz, sich einer Koalitionsregierung anzupassen, wie sie sich in der ceylonesischen Partei entwickelte.

Heute stellt Banda wieder politische Beziehungen zu Colvin Da Silva und den restlichen LSSP-Führern her, die unermesslich weiter degeneriert sind als 1959, und spuckt auf den absolut prinzipienfesten Standpunkt, den die britischen Trotzkisten 1959 einnahmen.

Ungeachtet der zynischen Lügen, die Banda jetzt über die Rolle des IKVI und seine eigene Rolle verbreitet, und trotz seiner Behauptung, das IK habe sich nie auf eine Spaltung mit der LSSP vorbereitet und sei nur 1964 bei deren Konferenz „als ungebetener Gast erschienen“, haben die britischen Trotzkisten 1963 den revolutionären Flügel der LSSP gedrängt, sich auf eine Spaltung vorzubereiten.

In einer im Juli 1963 veröffentlichten Erklärung, die von Banda selbst verfasst worden war, charakterisierte das IKVI die LSSP-Führer als „einen Haufen kleinbürgerlicher Scharlatane, die sich als Marxisten maskieren“. Banda zitierte das „Übergangsprogramm“, das Gründungsdokument der Vierten Internationale, und verglich es mit der Politik der LSSP.

‚Sie kann und will keinen Platz in irgendeiner Volksfront finden. Sie erklärt all den an den Rockschößen der Bourgeoisie hängenden politischen Gruppen den Kampf.‘

Das IKVI glaubt fest daran, dass hunderte überzeugter Kommunisten in der LSSP diese Prinzipien und das Programm der Vierten Internationale bestätigen und den Revisionismus und die Revisionisten aus ihren Reihen vertreiben werden. (Labour Review, Juli 1963)

Als die LSSP schließlich der Koalitionsregierung Bandaranaikes beitrat, rief nur das IKVI die Revolutionäre uneingeschränkt auf, mit den Koalitionsverrätern zu spalten, und kämpfte rücksichtslos dafür, sie und ihre pablistischen Ratgeber zu entlarven.

Das Vereinigte Sekretariat von Mandel und Hansen war für eine Koalitionsregierung und verschleierte seine Komplizenschaft mit Hilfe der schwankenden Elemente.

Noch im April 1964 drängte das Vereinigte Sekretariat die LSSP zu einer Koalitionsregierung mit der SLFP, allerdings im Rahmen der Linken Einheitsfront von LSSP, CP und MEP: „Jede Form von Koalitionsregierung mit einer solchen Partei (d.h. der SLFP), kann, solange sie die beherrschende Mehrheit in einer solchen Koalition bleibt, nur dazu führen, dass die Linken im vornherein gelähmt und selbst zu einem Ziel des wachsenden Ärgers der Massen werden.“ Das war die Position des Vereinigten Sekretariats 1964.

Im Verlauf dieses historischen Kampfs gegen den großen Verrat wurde 1964 bis 67 durch das Eingreifen von Gerry Healy, Mike und Tony Banda die Revolutionäre Kommunistische Liga (RCL) als Sektion des IKVI in Sri Lanka aufgebaut.

Es dauerte nicht lange, bis die furchtbaren Ergebnisse des Verrats der LSSP-Pablisten sichtbar wurden. 1970 übernahm die Koalition von LSSP, CP und SLFP die Macht und führte die brutalsten Angriffe gegen die Arbeiter-, Bauern-, Jugend- und tamilischen Massen durch.

Die LSSP-Führer, deren Gesellschaft Banda sucht, saßen dem Massaker von 15.000 Jugendlichen bei der Niederschlagung des von der JVP geführten Aufstandes vor.

Banda weiß auch sehr genau, dass die LSSP-Führer die direkte Verantwortung für die Morde an den Genossen Lakshman Weerakoon und L.G. Gunadasa tragen, beides Mitglieder der RCL, die dafür kämpften, die Arbeiterklasse 1971 gegen die Koalitionsregierung zu mobilisieren.

Ebenso ist ihm bewusst, dass sämtliche Zeitungen der RCL mit Unterstützung der LSSP-Führer verboten und die Führung der RCL, darunter K. Balasuriya, Wilfred (Spike) Pereira und A. Wakkumbura, verhaftet wurden.

Während der ungeheuerlichen Unterdrückung, die die Koalitionsregierung gegen die JVP und die srilankischen Trotzkisten ausübte, bezeichnete Banda die LSSP-Führer als Mietlinge des Imperialismus.

Der Verrat hörte damit nicht auf. Colvin da Silva übernahm die führende Rolle bei der Institutionalisierung der Unterdrückung der tamilischen Nation. Er schrieb den neuen Verfassungsentwurf, durch den singhalesisch zur einzigen offiziellen Sprache und der Buddhismus zur Staatsreligion wurden.

Zwischen 1970 und 1977 gab Banda dem Kampf der RCL, die Arbeiterklasse für den Bruch der Koalition zu mobilisieren und die LSSP-Verräter zu entlarven, seine volle Unterstützung.

Heute, nachdem er mit dem IKVI gebrochen hat, schließt er seinen Frieden mit den LSSP-Verrätern gegen das IKVI und die RCL. Der reaktionäre Klasseninhalt der liquidatorischen „Theorien“ von Banda, der behauptet, es habe seit 1940 keine trotzkistische Bewegung gegeben, wird jetzt absolut klar.

Wir stellen entschieden fest, dass seine zynischen „Theorien“ nichts weiter als ein dürftiger Deckmantel für seine Anpassung an die reaktionärsten Kräfte sind, gegen die die trotzkistische Bewegung gekämpft hat, und dass er von jetzt an sein ganzes vertrauliches Wissen, das er in führender Position in der trotzkistischen Bewegung gewonnen hat, den Feinden der Arbeiterklasse zur Verfügung stellen wird.

Es ist unsere Pflicht, die Arbeiterklasse und die nationalen Befreiungsbewegungen in Sri Lanka, Indien, Großbritannien und auf der ganzen Welt davor zu warnen, das geringste Vertrauen in M. Banda, seinen Mitarbeiter C. Slaughter, und die von ihnen und. G. Healy geführten falschen WRPs zu setzen, zwischen denen es keinen prinzipiellen Unterschied gibt.

Durch seine politische Versöhnung mit den LSSP-Führern, den glühendsten Verteidigern des einheitlichen Rassistenstaates, die den rassistischen Krieg der singhalesischen Bourgeoisie gegen die tamilische Nation bedingungslos unterstützen, hat M. Banda die Interessen des nationalen Befreiungskampfes verraten. Jede revolutionäre Organisation, die vor sich selbst Respekt hat, würde das abscheuliche Tun M. Bandas als ausreichenden Grund betrachten, ihn aus ihren Reihen zu werfen.

Wir warten gespannt darauf, welche Haltung C. Slaughter, D. Bruce und Co., die politische Kohorte Bandas, jetzt einnehmen werden.