Für die Wiedereinstellung unseres Londoner Kollegen David O’ Sullivan!

Wir, die Busfahrer des Berliner Aktionskomitees der Verkehrsarbeiter für sichere Arbeitsplätze, verurteilen auf das Schärfste die Entlassung unseres Londoner Kollegen David O’ Sullivan durch die Metroline Verkehrsbetriebe unter Mithilfe der Gewerkschaft Unite.

Wir fordern die Geschäftsleitung der Metroline – sie arbeitet im Auftrag des Dachverbands der Londoner Verkehrsbetriebe „Traffic for London“ (TFL) – auf, den Busfahrer David O’ Sullivan umgehend wieder einzustellen. Alle Kosten der bisherigen Verluste müssen ihm erstattet werden und ihm sind ohne weitere Sanktionen alle Arbeitnehmerrechte wieder zu gewähren.

Das „Vergehen“, das David O’ Sullivans vom Management und der Gewerkschaft Unite vorgeworfen wird, besteht in seinem mutigen Kampf, die Kollegen gegen die Ansteckungsgefahr in den Bussen zu mobilisieren. Er handelte vorbildhaft und inspirierte viele Busfahrer und ihre Familien, den Kampf für ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Als er und das Londoner Busfahrer-Aktionskomitee in Cricklewood im Januar zu einer Arbeitsniederlegung aufriefen, hatten die 26.000 Busfahrer Londons schon 45 tote Fahrer und hunderte infizierte Beschäftigte der TFL zu beklagen.

Während O’Sullivan verfolgt wird, sitzen die Schuldigen für das unzählige Leid vieler Arbeiter wohlauf auf den Regierungsbänken in London und in den Etagen der Aktionärsbosse und Gewerkschaftsfürsten.

Euer Kampf ist unser Kampf!

Hier in Berlin wurden bei den Verkehrsbetrieben (BVG) seit Ausbruch der Pandemie fast 500 Kollegen mit Covid-19 infiziert. Mindestens zwei Kollegen sind gestorben. Die Mehrheit der infizierten Kollegen haben sich in diesem Jahr mit dem Corona-Virus angesteckt. Auch bei uns stehen die Gewerkschaften auf der anderen Seite. Wie der Trades Union Congress (TUC) hat auch der deutsche Gewerkschaftsdachverband DGB in der Pandemie keinerlei Arbeitskampfmaßnahmen zum Thema Sicherheit organisiert. Gegenwärtig kollaboriert Verdi mit dem BVG-Management und der Berliner Landesregierung, um die unsichere Öffnung der Vordertüren gegen unseren Widerstand durchzusetzen.

Wir werden das genauso wenig zulassen wie die Verfolgung unseres Londoner Kollegen David O’Sullivan. Seine Verteidigung ist Bestandteil des Kampfs für sichere Arbeitsplätze und der Rechte von Arbeitern weltweit. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um den Fall bekannt zu machen und Unterstützung unter Busfahrern und anderen Teilen der Arbeiterklasse in Berlin, Deutschland und ganz Europa und weltweit zu mobilisieren.

Loading